2013

Hallo,

Ende Mai / Anfang Juni 2013 war es mal wieder so weit: Besuch in Japan für 5 Tage. Anlass war u.a. das 30 jährige Jubiläum des DAAD SP Japan Stipendiums, zu dem ich u.a. als Gastredner geladen war:

http://tokyo.daad.de/wp/2013/06/%e2%80%9eperlen-und-korallenjubilaum%e2%80%9c-der-daad-ausenstelle-tokyo-mit-groser-politscher-reichweite/#more-13035

Neben dienstlichen und privaten Terminen blieb auch etwas Zeit, die Entwicklung der Stadt zu verfolgen und ein paar Fotos zu schießen. So hat sich z.B. im bel(i)ebten Viertel Shibuya allerhand getan. Neben neuen Hochhäusern und Einkaufszentren wurden sämtliche (Privat)Bahnen in einem neuen mehrstöckigen unterirdischen Bahnhof gebündelt. Viele neue Geschäfte sind hinzu gekommen, aber bis zum Abschluss aller Arbeiten rund um den Bahnhof wird es noch eine Weile dauern. Aber Bauen und Abreißen ist in Tokyo ohnehin ein Dauerzustand, nicht nur in Shibuya …




Im Vergnügungsviertel des Business District Akasaka und auch in Roppongi sind ebenfalls viele neue Hochhäuser entstanden. Interessanterweise aber handelt es sich dabei nicht selten um Wohngebäude, da Wohnen in der Innenstadt in luxuriösen Hochhausappartements mit atemberaubenden Weitblick über Tokyo immer beliebter wird. Dazu gehört oftmals eigener Limousinen-Service, Restaurant- und Barbereich in der obersten Etage (ausschließlich für die Bewohner) und ähnliche Annehmlichkeiten. So spannend diese Entwicklung zu verfolgen ist, wünscht man sich doch, dass möglichst viele der kleinen älteren Gebäude gerade in den Seitenstraßen erhalten bleiben mögen und Rücksicht auf gewachsene Strukturen genommen wird. Denn die Stadt Tokyo -und ich hoffe, einige Bilder dieser Seite belegen das - hat viel mehr zu bieten als Bürotürme und definiert sich auch nicht über die Summe seiner Hochhäuser. Dass an einer Verdichtung aller Großstädte in Japan langfristig kaum ein Weg vorbei geht, es sei denn man weicht mit Neubauten auf Aufschüttungen im Meer aus, daran besteht freilich kaum Zweifel. Ein Kleinod in Akasaka ist beispielsweise der Hie-Schrein, der vor über 500 Jahren als Schutz-Schrein der Burg Edo erbaut wurde. Mehr hierzu findet man auf der offiziellen Webseite, die auch einige englisch-sprachige Infos bereit hält: http://www.hiejinja.net/jinja/english/history.html



Schließlich war ich u.a. auch im Stadtteil Kagurazaka im Herzen der Stadt Tokyo (unweit vom Bahnhof Iidabashi nördlich des Kaiserpalastes), wo wir von 2000 bis 2006 gewohnt haben und besuchte alte Freunde von früher. Auch dort hat sich zwar einiges getan, aber der alte Edo-Style ähnliche Charakter ist erhalten geblieben ist. Auch hierzu findet man Informationen im Internet, z.B. hier: http://www.japan-guide.com/e/e3071.html oder hier: http://www.japan-talk.com/jt/new/kagurazaka-in-tokyo.

Das Schöne an Kagurazaka ist neben der teils alten Bausbustanz vor allem das reichhaltige Angebot an Restaurants und Geschäften bei gleichzeitig fehlendem Trubel wie in Shibuya oder Shinjuku. Die Hauptstraße ist sogar teilweise gesperrt bzw. nur im Einbahnstraßenbetrieb befahrbar, wobei die Richtung einmal täglich wechselt. Es gibt bei Spaziergängen so viele Kleinode zu entdecken, alte Bäder, Porzellan- und Teegeschäfte ohne typischen Kitsch, alte Restaurants mit Geisha-Begleitung und kleinen Innengärten, in keinem Reiseführer erwähnte Schreine oder Friedhöfe und natürlich auch die vielen französischen Restaurants und Geschäfte, die sich wegen der Nähe des französischen Instituts und der Schule hier etabliert haben.




Blick vom Ana Hotel:
Gruß,



JAN